Klimafonds wird erweitert: Wernigerode fördert jetzt auch Speicher für Balkonkraftwerke
Der Klimafonds der Stadt Wernigerode bekommt Zuwachs. Auf Antrag der Fraktion Bündnis für Wernigerode/FDP hat der Stadtrat beschlossen, künftig auch Stromspeicher für Balkonkraftwerke zu fördern. Damit wird das seit 2022 bestehende kommunale Förderprogramm um einen weiteren Baustein der lokalen Energiewende ergänzt.
Worum geht es?
Balkonkraftwerke erfreuen sich in Wernigerode wachsender Beliebtheit. Die kompakten Solaranlagen für Balkon oder Terrasse ermöglichen es Bürgerinnen und Bürgern, selbst Strom zu erzeugen, ohne große Investitionen oder aufwändige Genehmigungsverfahren. Was viele jedoch nicht wissen: Ohne einen passenden Speicher geht ein erheblicher Teil des erzeugten Solarstroms ungenutzt ins Netz, statt im eigenen Haushalt verbraucht zu werden. Genau hier setzt der Änderungsantrag der BfW/FDP an: Speicher für Balkonkraftwerke werden künftig über den Klimafonds gefördert.
Was ist der Klimafonds? Der Klimafonds ist ein kommunales Förderprogramm der Stadt Wernigerode, das seit 2022 verschiedene Maßnahmen zum Umweltschutz unterstützt. Die Förderungen richten sich direkt an Privatleute und Institutionen, die in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld ökologisch sinnvolle Maßnahmen umsetzen wollen. Gefördert werden unter anderem Lastenräder und Fahrradanhänger, Fassadenbegrünung an Schulen, Haus und Hofbäume auf privaten Flächen, Habitatrequisiten wie Nistkästen oder Insektenhotels, Hochbeete für Schulen sowie Klimakoffer, mit denen Schulen das Thema Klimawandel praktisch im Unterricht aufgreifen können. Die Antragstellung ist unkompliziert: Ein Antragsformular stellt die Stadtverwaltung zur Verfügung, es kann auf dem Webauftritt der Stadt Wernigerode heruntergeladen werden.
Was hat die BfW/FDP beantragt?
Der Fraktionsvorsitzende Thomas Schatz hatte im Namen der BfW/FDP Fraktion einen Änderungsantrag zur Vorlage 023/2026 eingebracht, dem der Stadtrat auf seiner Sitzung am 9. April 2026 mehrheitlich zugestimmt hat. Damit wird der Klimafonds um eine neue Fördermaßnahme ergänzt: Stromspeicher für Balkonkraftwerke. Pro Antragsteller können bis zu 75 Euro Förderung gewährt werden, das jährliche Gesamtbudget liegt bei 2.100 Euro. Die Mittel stammen aus Umschichtungen innerhalb des bestehenden Klimafonds, konkret aus geringfügigen Kürzungen bei den Maßnahmen „Haus und Hofbäume“ sowie „Fassadenbegrünung“.
Warum ist das wichtig?
Ein Speicher macht aus einem Balkonkraftwerk erst eine wirklich effektive Anlage. Ohne Speicher wird der tagsüber erzeugte Strom ins Netz eingespeist, wenn niemand zu Hause ist. Mit Speicher kann der Strom dann verbraucht werden, wenn er tatsächlich gebraucht wird, etwa am Abend. Das erhöht den Eigenverbrauch, senkt die Stromrechnung und steigert die tatsächliche CO₂ Einsparung pro Anlage. Gleichzeitig entlasten Speicher die Stromnetze in Zeiten hoher Einspeisung und tragen so zur Versorgungssicherheit bei. Die Förderung senkt die Hemmschwelle für Bürgerinnen und Bürger, ihre bestehende Anlage sinnvoll zu ergänzen.
Wie geht es weiter?
Mit der beschlossenen Erweiterung des Klimafonds um Balkonkraftwerk Speicher setzt die BfW/FDP auf eine bürgernahe Klimapolitik, die direkt im Alltag der Wernigeröder ankommt. „Die neue Förderung ergänzt die bestehenden Maßnahmen um einen logischen Baustein und macht die dezentrale Energiewende in Wernigerode ein Stück greifbarer“, so Fraktionsvorsitzender Thomas Schatz.
