Elternbefragung zu Kita-Öffnungszeiten: Stadtrat gibt Startschuss
Ob die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten in Wernigerode zu den Arbeits- und Lebensrealitäten von Familien passen, soll nun systematisch geprüft werden: Der Stadtrat hat beschlossen, eine Elternbefragung zum Bedarf an erweiterten Betreuungszeiten in den frühen Morgenstunden, am späten Abend oder in der Nacht durchzuführen.
Damit greift der Stadtrat die Fragestellung auf, die die Fraktion BfW/FDP mit dem Antrag zur „Sonne, Mond und Sterne-Kita“ in die politische Beratung eingebracht hat. Ziel war von Beginn an, die Diskussion nicht abstrakt zu führen, sondern auf eine belastbare Grundlage zu stellen: erst erheben, dann bewerten – und erst danach entscheiden.
Befragung über die Eltern-App
Die Stadtverwaltung wird die Befragung digital über die Eltern-App umsetzen, die in den Kindertagesstätten genutzt wird. Dadurch lässt sich die Erhebung niedrigschwellig und vergleichsweise aufwandsarm organisieren – und erreicht Eltern direkt dort, wo relevante Informationen ohnehin ankommen.
Fraktionsvorsitzender Thomas Schatz erklärt dazu: „Ich freue mich, dass unser Antrag im Stadtrat eine so breite Mehrheit gefunden hat. Ebenso begrüße ich, dass die Verwaltung einen Weg aufgezeigt hat, die Elternbefragung modern und mit überschaubarem Aufwand über die App durchzuführen.“
Warum die Befragung notwendig ist
Der Hintergrund ist bekannt: In vielen Branchen beginnen Schichten früh oder enden spät – im Einzelhandel, in der Pflege, im Tourismus oder im Dienstleistungsbereich. Wenn Betreuungszeiten und Arbeitszeiten knapp aneinanderstoßen oder sich nicht überlappen, entstehen Betreuungslücken, die häufig nur über private Netzwerke geschlossen werden können. Für Alleinerziehende kann das besonders belastend sein.
Mit der Befragung soll geklärt werden, ob es in Wernigerode tatsächlich einen nennenswerten Bedarf an erweiterten Öffnungszeiten gibt – und falls ja, in welchem Umfang (Zeiträume, Wochentage, Häufigkeit). Genau diese Datengrundlage war der Kern des ursprünglichen Antrags.
Wie es danach weitergeht
Die Ergebnisse der Elternbefragung sollen als Grundlage für die weiteren Beratungen in den Ausschüssen dienen. Erst wenn klar ist, wie groß der Bedarf tatsächlich ist, kann sachgerecht über mögliche Modelle, organisatorische Umsetzbarkeit und finanzielle Auswirkungen gesprochen werden – sowohl für die Stadt als auch für Eltern.
Mit dem Beschluss zur Befragung ist damit der entscheidende erste Schritt getan: Die Eltern selbst schaffen Transparenz über den tatsächlichen Bedarf – als Voraussetzung für jede weitere Entscheidung.
